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	<title>Sozialwissenschaften Online &#187; Geschichte der Soziologie</title>
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	<description>Volkswirtschaftslehre • VWL • Soziologie • Politikwissenschaft</description>
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		<title>Geschichte der Soziologie &#8211; Teil 1 &#8211; Ansätze</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2009 20:06:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stef</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte der Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschichte der Soziologie – das folgende Skript (und die folgenden Teile) basieren frei auf den Vorlesungen von Prof. Dr. Hammerich wie sie im Sommersemster 2003 an der RWTH Aachen gehalten wurden.

Bevor wir uns näher mit der Geschichte der Soziologie als solcher befassen, wollen wir noch kurz zwei Fragen beantworten, die zwar banal sind, deren aber Beantwortung für das folgende Vorgehen von Bedeutung sein wird. Es fällt nämlich auf, dass Geschichten der Soziologie mitunter sehr unterschiedlich geschrieben sind. Dafür gibt es einfache Gründe, denen im Folgenden kurz nachgegangen wird. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Script: Geschichte der Soziologie &#8211; Teil 1</p>
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<p>Geschichte der Soziologie – das folgende Skript (und die folgenden Teile) basieren frei auf den Vorlesungen von Prof. Dr. Hammerich wie sie im Sommersemster 2003 an der RWTH Aachen gehalten wurden.</p>
<p>Bevor wir uns näher mit der Geschichte der Soziologie als solcher befassen, wollen wir noch kurz zwei Fragen beantworten, die zwar banal sind, deren aber Beantwortung für das folgende Vorgehen von Bedeutung sein wird. Es fällt nämlich auf, dass Geschichten der Soziologie mitunter sehr unterschiedlich geschrieben sind. Dafür gibt es einfache Gründe, denen im Folgenden kurz nachgegangen wird.</p>
<p><span id="more-169"></span></p>
<h3>1. Warum eine der Geschichte der Soziologie und was ist überhaupt Soziologie?</h3>
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</p>
<p>Nach Lazarsfeld (?) schreibt jemand, der eine Wissenschaft nicht betreiben kann, ihre Geschichte. Doch neben einem Mangel an Ideen kann das Schreiben der Geschichte eines Fachs auch ein Zeichen für eine gewisse Reife sein. Überblicke zur soziologischen Theorie vermitteln zwar Positionen innerhalb der Soziologie, nicht aber deren Genese, erklären aber nicht, warum sich die Soziologie in einem bestimmten Raum und zu einer bestimmten Zeit mit bestimmten Themen vorrangig beschäftigt hat. Die Geschichte der Soziologie steht damit aber auch – so wie die soziologischen Theorien – vor der Aufgabe zu definieren was Soziologie denn nun ist. Die Vorschläge in diesem Sinne reichen von der »empirischen Einzelwissenschaft« bis zur »Revolutionswissenschaft«, auch die Begriffe »Realitäts- oder gar Gegenwartswissenschaft« sind schon gefallen.</p>
<p>Macht man es etwas einfacher und hält fest, dass Soziologie immer etwas mit Gesellschaft zu tun hat (obwohl auch das nicht immer unumstritten war!) stellt man schnell fest, dass sich auch andere Disziplinen mit der Gesellschaft beschäftigen : neben Kirche und Staatswissenschaft, auch die Sozialphilosophie und die Wirtschaftswissenschaft – um nur einige zu nennen. Die Geschichte der Soziologie könnte also – je nach Ansatzpunkt – mit Comte und Durkheim beginnen, oder aber bei Augustinus, wenn nicht gar bei Platon selbst.</p>
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<p>Eine allgemein akzeptierte Definition von Soziologie ist die von Max Weber, nach der Soziologie <em>soziales Handeln deutend verstehen und in seinem Ablauf und Wirken ursächlich erklären</em> solle. Damit vereint Weber zwei verschiedene wissenschaftstheoretische Ansätze, den naturwissenschaftlichen der ursächlich erklären will und zweitens einen interpretativen, geisteswissenschaftlichen Ansatz. An dieser Definition wird aber auch deutlich, dass es nützlich ist, sich ein bisschen mit der Geschichte der Soziologie zu beschäftigen, denn diese kombinierte Definition entstand nicht im luftleeren Raum, sondern aus dem Bedürfnis heraus, die Soziologie als eigenständiges Fach gegen die konkurrierenden Fächer, die sich ebenfalls mit der Gesellschaft befassen, abzugrenzen.</p>
<p>In der Tat ist es sinnvoll die Soziologie nicht durch ihren Objektbereich – die Gesellschaft – von anderen Disziplinen abzugrenzen, sondern durch die Fragestellungen an diesen Objektbereich. Soziologie war nicht immer nur ein Beschreiben der Realität, sondern auch ein Fragen nach den Alternativen. Soziale Fragestellungen wurden oft aus einer Unzufriedenheit mit den aktuellen Umständen heraus aufgeworfen – die Soziologie begegnete uns dann als »bürgerliche Oppositionswissenschaft« oder gar »Revolutionswissenschaft«. Dies geschah typischerweise in Umbruchsituationen (»Krisenwissenschaft«), gerade das 19. Jahrhundert und seine Umbrüche, die Auflösung des bisherigen Selbstverständnisses boten zahlreiche Gelegenheiten dafür. Doch auch vorher wurden schon immer wieder soziologische Fragestellungen aufgeworfen (wodurch unterschiedliche Datierungen für die Anfänge der Soziologie leicht möglich werden). Als Beispiel sind fünf solcher Fragen ausgewählt:</p>
<ol>
<li>Wie ist Gesellschaft möglich, wenn Menschen von Natur aus egoistisch veranlagt sind?Es war Thomas Hobbes der sich diese Frage vor dem Hintergrund der damaligen Religionskriege stellte, und sie mit der Forderung nach einer Zwangsinstitution beantwortete: Ein starker Souverän sei nötig um die Gesellschaft zu befrieden.</li>
<li>Warum ist gesellschaftliche Ordnung notwendig und wie ist sie zu erreichen?Auch diese Frage wurde von Thomas Hobbes gestellt und damit beantwortet, dass der Mensch als Einzelwesen, seine Ziele nicht erreichen könne, also die Gesellschaft zum (über-)leben bräuchte. Notwendig dafür sei eine soziale Ordnung und Sicherheit – gestiftet durch den Souverän – damit die Gesellschaft nicht in Anomie, dem Fehlen von Regeln, versinke und auseinanderfalle.</li>
<li>Was ist die richtige Form sozialer Ordnung und wie lässt sich das Spannungsfeld zwischen sozialer Ordnung und individueller Freiheit lösen?Diese Frage geht vor allem auf die bürgerliche Aufklärung zurück, die zwar die Notwendigkeit sozialer Ordnung sah, im Gegensatz zu Hobbes aber auch die Notwendigkeit individueller Freiheit und der Abwehr staatlicher Willkür.</li>
<li>Was sind die Voraussetzungen sozialer Ordnung beim Menschen, wie wird der Mensch gesellschaftsfähig?Abgesehen davon, dass diese Frage in den »herrschaftsfreien Diskursen« auftauchte, bildet sie den Ausgang für die durchaus nützlichen Theorien der Sozialisation. Sie tauchen aber vergleichsweise spät auf (wenn wir mal von Aristoteles Tautologie des Zoon Politkons absehen).</li>
<li>Wie realisiert sich im Individuum ein Verständnis von Gesellschaft? Wie begreifen Individuen Gesellschaft?Hier geht es um die Mechanismen sozialer Angleichung und die Konstruktion von Realität. Auch diese Fragen treten relativ spät auf.</li>
</ol>
<p>Die Geschichte der Soziologie wird trotz dieser Vielfalt an Fragestellungen und möglichen Ansätzen dadurch möglich, dass es auch eine Gemeinsamkeit zwischen diesen gibt: nämlich das Interdependenzverhältnis zwischen Individuum und gesellschaftlichem Rahmen, sprich anderen Individuen.</p>
<h3>2 Wie ist eine Geschichte der Soziologie zu betreiben?</h3>
<p>Auch diese Frage lässt sich unterschiedlich beantworten, wir unterschieden fünf Ansätze:</p>
<ol>
<li><strong>Dogmengeschichtlicher Ansatz</strong>
<p>Dieser Ansatz geht typischerweise von einer Linearen Entwicklung der Soziologie aus. Die Soziologie entwickelt sich zunehmend und der betrachtete Entwicklungsstrang wird als Fortschritt begriffen.</li>
<li><strong>Die Ideengeschichte<br />
</strong></p>
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<p>Die Ideengeschichte fokussiert bestimmte Fragestellungen und zeichnet deren Entwicklung nach. Da andere Disziplinen bereits soziologische Fragestellungen aufwarfen bevor es die Soziologie als Institution überhaupt gab, hat dies starke Auswirkungen auf die Datierung der Anfänge der Soziologie.</li>
<li><strong>Die Institutionengeschichte</strong>
<p>Die Institutionengeschichte fragt danach, wo die Soziologie in institutionalisierter Form auftritt und verfolgt die Entstehungen von Zeitschriften, Verbänden und Professuren. Die Anfänge der Soziologie werden dementsprechend relativ spät datiert.</li>
<li><strong>Der wissenssoziologische Ansatz</strong>
<p>Der wissenssoziologische Ansatz fragt nach räumlichen, zeitlichen und biographischen Bedingungen, die bestimmte Fragestellungen und Theorien virulent werden liessen. Beispielsweise: Warum schätzte Weber das Beamtentum? oder welche Menschen betreiben Systemtheorie? <img src='http://www.sozialwissenschaften-online.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </li>
<li><strong>Der (periodische) Ansatz der thematischen Relevanzen</strong>
<p>Dieser Ansatz geht der Frage nach, zu welchen Zeiten welche Themen besonders relevant waren, und zeichnet z.B. die starke pädagogische Orientierung der 1970er Jahre nach.</li>
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